Militärisches Denken verhindert Frieden
Kein Mensch will „besiegt" sein oder bevormundet werden. Dieses Prinzip gilt nicht nur auf zwischenmenschlicher Ebene. Darum kann die Verbreitung eines eng-geführten Weltbildes, bestehend aus „Sieger" oder „Besiegte", und seine praktische Umsetzung durch militärische Gewalt keinen Frieden schaffen, der diesem Namen gerecht wird; siehe auch Gewaltfreie Kommunikation
Aus der Klagebegründung zur Militärsteuerverweigerung von Dr. J. Schneider, Friedensarbeiter:
„In meinen Trainings ... erlebe ich, wie befreiend es für Menschen in Konfliktsituationen ist, jenseits einer eng-geführten Welt aus ,gut' oder ,böse', ,richtig' oder ,falsch', aufrichtige Worte zu finden, die den Weg zu nachhaltigem Frieden und Versöhnung eröffnen. Forderungen, Urteile und Drohungen dagegen entfremden und bringen Gewalt hervor. Noch nie habe ich in der Fachliteratur über Gewaltfreie Kommunikation oder irgend woanders Berichte gelesen über die Lösung eines einzigen Konfliktes durch Gewalt. Wohl aber einiges über sich selbst erfüllende Prophezeiungen:
<<Wenn wir Menschen abstempeln, dann neigen wir dazu, uns ihnen gegenüber auf eine Art zu benehmen, die genau zu dem Verhalten beiträgt, das uns Sorgen macht. Das wiederum betrachten wir als weitere Bestätigung unserer Diagnose.>>*
Kann die Entstehung von Feindbildern oder von Terrorismus noch deutlicher erklärt werden? ..."
* M. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation, eine Sprache des Lebens, Junfermann-Verlag 2004, S. 103