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„Frieden finden mit sich selbst und anderen“

... heißt das Motto eines mehrteiligen Trainings, worin die Teilnehmenden die Methodik und die innere Haltung der Gewaltfreien Kommunikation nach Dr. Marshall Rosenberg erlernen. Zweck ist der Aufbau einer empathischen (einfühlsamen) Verbindung: sie dient als Schlüssel zur Überwindung innerer und äußerer Konflikte.

Gleich zu Anfang des Trainings gilt es, Abschied zu nehmen von einem verinnerlichten Mythos, der immer wieder neu Feindbilder in unserem Denken provoziert: Danach bedeutet ein ,gutes' Leben, dass so genannte ,gute' Menschen ,schlechte' bestrafen und besiegen. Dieser autoritäre Regime stützende Mythos hat viele Gesichter, deren Führer nicht nur Könige oder Zaren heißen. Der international tätige Konfliktmediator Rosenberg nennt sie Herrschaftsgesellschaften, in denen Menschen, die sich für überlegen halten, andere kontrollieren und in ihrem Denken so beeinflussen, dass sie zu netten, toten Menschen werden.

 

... nette, tote Menschen tun, was ihnen gesagt wird. Frauen werden glauben, dass nette Frauen keine Bedürfnisse haben – sie opfern ihre Bedürfnisse ihrer Familie. Tapfere Männer haben auch keine Bedürfnisse, sie sind bereit, ihr Leben für den Schutz des königlichen Besitzes zu lassen. ... diese Art zu denken, nach der wir einander beurteilen, dass Be­lohnungen und Bestrafungen gerechtfertigt erscheinen ... hält Rosenberg für den Kern der Gewalt ... Wenn man autoritäre Strukturen aufrechterhalten will, dann hilft es, den Leuten beizubringen, dass manche Dinge richtig und manche falsch sind, gut, schlecht, eigennützig, uneigennützig. Und wer weiß, wie die Dinge sind? Natürlich derjenige, der an der Spitze der Hierarchie steht. Also wird Ihr Verstand darauf programmiert, das Urteil der Person zu fürchten, die sich auf der Autoritätspyramide über ihnen befindet. Es ist nicht schwer, diese Denkweise zu kultivieren, denn sie erfordert lediglich, dass die Menschen von dem getrennt werden, was in ihnen und andern tatsächlich lebendig ist – und dass sie anfangen, sich darum zu sorgen, wie andere sie beurteilen könnten.
[M. Rosenberg: Die Sprache des Friedens sprechen – in einer konfliktreichen Welt; Junfermann-Verlag]

 
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